← Inspiration
seksualitet

Sexuelle Lust nach Kindern — was passiert?

3 min læsning

Du liebst dein Kind über alles auf der Welt — und doch fühlst du dich manchmal wie eine Fremde in deiner eigenen Beziehung. Die sexuelle Lust ist weg, oder sie ist zumindest nicht das, was sie einmal war. Und es ist schwer, darüber zu sprechen, weil es sich anfühlt, als sollte man glücklich sein. Man ist glücklich. Und doch vermisst man etwas. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du weit entfernt davon, allein zu sein.

Was passiert eigentlich in Körper und Geist?

Schwangerschaft und Geburt verändern den Körper auf Wegen, die Zeit brauchen, um verstanden zu werden — und noch länger, um akzeptiert zu werden. Die Hormone spielen eine entscheidende Rolle. Bei Frauen, die stillen, ist der Östrogenspiegel niedrig, und Prolaktin — das Hormon, das die Milchproduktion anregt — hemmt oft die sexuelle Lust. Das ist kein Fehler. Das ist Biologie. Der Körper priorisiert das Kind. Aber es hilft selten, das zu wissen, wenn man im Bett liegt und sich meilenweit von seinem Partner entfernt fühlt.

Für Männer ist es anders, aber nicht unbedingt leichter. Viele Männer erleben, dass sie sich selbst zurückhalten, um ihrer Partnerin gerecht zu werden — oder dass sie einfach nicht wissen, was sie denken und fühlen dürfen, jetzt wo die Mutterrolle in die Beziehung eingezogen ist. Die Psychologin und Paartherapeutin Sue Johnson, die hinter der Bindungstheorie EFT (Emotionally Focused Therapy) steht, weist darauf hin, dass große Lebensphasen wie Elternschaft unsere tiefsten Bindungsbedürfnisse aktivieren können — und dass wir oft reagieren, indem wir uns zurückziehen oder uns gegenseitig abstoßen, anstatt uns zu nähern.

Intimität ist mehr als Sex

Etwas, das leicht im Babychaos verschwindet, ist die kleine Intimität — die kurzen Berührungen, der Blick, der etwas länger hält als nötig, das Gespräch, das nicht von Schlaf, Essen oder Logistik handelt. Der Forscher und Autor John Gottman hat jahrzehntelang Paare studiert und festgestellt, dass nicht die großen romantischen Gesten eine Beziehung am Leben erhalten — es sind die kleinen Momente des Kontakts und der Anerkennung. Die sogenannten "bids for connection". Und davon gibt es selten Energie, wenn man erschöpft und überfordert ist.

Das bedeutet nicht, dass die Beziehung in Gefahr ist. Es bedeutet, dass sie Aufmerksamkeit braucht. Es gibt einen Unterschied zwischen temporärem Lustmangel — und dem permanenten Verlust der Verbindung zueinander.

Was kann man tun?

Der erste Schritt ist oft der schwierigste: darüber zu sprechen, ohne es zu einem Problem zu machen, das gelöst werden muss. Nicht "wir hatten seit zwei Monaten keinen Sex" als Vorwurf — sondern "ich vermisse dich" als Einladung. Das Fehlen zu benennen statt die Abwesenheit. Sich gegenseitig daran zu erinnern, dass man noch immer ein Paar ist, nicht nur Eltern.

Es kann auch helfen, die Messlatte für Intimität zu senken. Intimität ist nicht nur Sex. Es ist, sich an den Händen zu halten, während ihr einen Film schaut. Es ist zu sagen "ich bin froh, dass du es bist". Es ist zu fragen "wie geht es dir eigentlich?" und auf die Antwort zu warten.

Die sexuelle Lust kommt selten zurück, weil man daran presst. Sie kommt zurück, wenn der Körper ausgeruht ist und die Verbindung wiederaufgebaut wird — in dem Tempo, das gerade möglich ist.

Was vermisst du am meisten in deiner Beziehung in dieser Zeit — und hast du es deinem Partner schon gesagt?

Tal med AIA om dette

AIA kender disse teorier og kan hjælpe dig med at forstå dem i din egen situation.

Åbn AIA →