Das Leben bietet nicht immer das, was wir uns erhoffen. Beziehungen bekommen Risse. Herzen brechen. Manchmal fällt alles auf einmal auseinander — und dennoch stehen die meisten von uns wieder auf. Nicht weil wir gefühllos sind, sondern weil wir etwas in uns tragen, das uns hilft, wieder festen Boden unter den Füßen zu finden. Das nennen wir Resilienz. Und das Schöne daran ist: Du hast mehr davon, als du denkst.
Was ist Resilienz eigentlich?
Resilienz bedeutet nicht dasselbe wie hart oder unberührt zu sein. Es geht nicht darum, den Schmerz zu verbergen oder schnell weiterzumachen, als wäre nichts geschehen. Resilienz ist vielmehr die Fähigkeit, sich zu biegen ohne zu brechen — und langsam zu sich selbst zurückzufinden, vielleicht sogar stärker und bewusster als zuvor.
Der amerikanische Psychologe George Bonanno, der intensiv zu Resilienz und Trauer geforscht hat, beschreibt sie als eine natürliche menschliche Kapazität. Die meisten von uns sind tatsächlich biologisch dazu ausgestattet, mit Widrigkeiten umzugehen. Das ist kein Privileg weniger — es ist eine menschliche Ressource, die nur darauf wartet, aktiviert zu werden.
Im Liebesleben zeigt sich Resilienz auf viele Arten: in der Fähigkeit, das Herz nach einer Trennung wieder zu öffnen, darin, einer neuen Person zu vertrauen, auch wenn man verletzt wurde, oder darin, eine schwierige Phase mit dem Partner durchzustehen, ohne sich vollständig zu verschließen.
Was stärkt unsere Resilienz?
Die Forschung zeigt, dass Resilienz keine feste Eigenschaft ist, die man entweder hat oder nicht hat. Sie ist etwas Dynamisches — etwas, das mit deinen Erfahrungen und der Fürsorge wächst, von der du dich umgibst.
Sichere Beziehungen spielen eine entscheidende Rolle. John Bowlby und die von ihm begründete Bindungstheorie zeigen uns, dass wir Menschen das Gefühl brauchen, von anderen gesehen und gehalten zu werden, um unsere innere Welt regulieren zu können. Wenn wir mindestens einen Menschen haben, den wir als sichere Basis erleben, sind wir weit besser dafür gerüstet, die Stürme des Lebens zu überstehen.
Aber wir können unsere Resilienz auch von innen heraus stärken. Selbstmitgefühl — die Fähigkeit, sich selbst mit derselben Freundlichkeit zu begegnen, die man einem guten Freund entgegenbringen würde — steht nachweislich in direktem Zusammenhang mit unserer Fähigkeit, uns von Rückschlägen zu erholen. Es geht nicht darum, sich selbst zu verwöhnen oder Verantwortung zu vermeiden. Es geht darum, aufzuhören, den Schmerz doppelt so schwer zu machen, indem man ihn mit Selbstkritik bekämpft.
Kann man Resilienz trainieren?
Ja. Und glücklicherweise sind dafür keine großen Maßnahmen erforderlich. Resilienz entsteht im Kleinen — in den Entscheidungen, die du triffst, wenn es wehtut.
Es kann darum gehen, in sich hineinzuspüren, anstatt Gefühle zu verdrängen. Unterstützung zu suchen, anstatt sich zu isolieren. Dir selbst zu erlauben zu trauern und gleichzeitig daran festzuhalten, dass dies nicht dein Endpunkt ist. Achtsamkeitsbasierte Ansätze, wie sie Jon Kabat-Zinn zugänglich gemacht hat, können dir helfen, Abstand zu deinen Gedanken und Gefühlen zu gewinnen — nicht um ihnen auszuweichen, sondern damit du nicht vollständig von ihnen verschluckt wirst.
In Beziehungen lässt sich Resilienz auch durch Ehrlichkeit und Neugier trainieren: indem man den Mut aufbringt zu sagen, was schwierig ist, und zuzuhören, auch wenn es unangenehm ist.
Bevor wir schließen — wann hast du zuletzt deine eigene Resilienz gespürt? Was hat dir geholfen, wieder aufzustehen, und was glaubst du, würde sie noch weiter stärken?
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